Psychologische Unterstützung durch eine Smartphone App oder KI, geht das ?

Ja sicher, in Grenzen, aber es geht. Das ist dann keine Therapie, aber hilfreiche Unterstützung durch speziell konstruierte Apps gibt es auf jeden Fall. Dazu mehr weiter unten.

Erheblich riskanter ist das bei der Nutzung von KI-Chatbots, die zwar auf alles eine Antwort finden, aber nicht speziell für diesen Zweck entwickelt und trainiert sind. Chatbots sind so konstruiert, dass sie die Erwartungen und Vorstellungen des Nutzers bestätigen und damit verstärken. Das kann dazu führen, dass der Chatbot falsche und wenig hilfreiche, bedrohliche Vorstellungen bestätigt und die angesprochenen Probleme, depressive Gedanken, Wahn- oder Zwangsvorstellungen und jede Art von Ängsten eher verstärkt werden. Ein Artikel dazu auf heise.de.

Einen sicheren Weg der Unterstützung bieten speziell von Fachleuten kostruierte Apps, die z.T. auch frei erhältlich sind:

Die Arbeitsgruppe "E-Mental-Health" der Abteilung Klinische Neuropsychologie hat am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf eine wissenschaftlich übergeprüfte App entwickelt, die Unterstützung bietet im Umgang mit psychischen Problemen. Lesen Sie dazu auch die Mitteilung der Universität Hamburg. Hier finden Sie diese App COGITO.

Zu den Themen Depression, Angst, Kopfschmerz und Migräne gibt es weitere hilfreiche und geprüfte Empfehlungen der Stiftung Warentest unter dem Titel "App auf Rezept: So funktionierts". Viele Apps gibt es auch in anderen Sprachen.

Apps zum Thema Schlafstörungen, z.T. auch auf Rezept vom Hausarzt, auch nach Prüfung durch die Stiftung Warentest.

Und fragen Sie auf jeden Fall auch Ihre Krankenkasse, welche digitalen Angebote diese vorhält und fördert.

Ein Gesamtverzeichnis aller digitalen Gesundheitsanwendungen führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Auch hier gibt es Angebote in verschiedenen Sprachen.